Rund 700 Vertreter aus Politik, Medien, Kultur und Wirtschaft waren am Dienstagabend beim Neujahrsempfang der Mediengruppe Main-Post im Konferenzzentrum auf der Maininsel in Schweinfurt. Foto: Silvia Gralla

700 Gäste beim Neujahrsempfang der Mediengruppe Main-Post

Breakdance-Action mit den Schweinfurter Lokalmatadoren Dancefloor Destruction Crew (DDC) eröffnete den Neujahrsempfang der Mediengruppe Main-Post im Konferenzzentrum auf der Maininsel in Schweinfurt. Sie sorgen längst weltweit mit ihren Tanzproduktionen für Aufsehen und brachten sogar bei einem Auftritt in Kenia schon den früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama dazu, sie überschwänglich zu loben. Lautstarker, begeisterter Applaus der Gäste war ihnen für ihren rasanten Auftritt gewiss.

Die Veranstaltung, die im jährlichen Wechsel zwischen Würzburg und Schweinfurt stattfindet, verbindet stets Information und Unterhaltung. 700 Gäste aus Politik, Medien und Wirtschaft kamen zum Empfang, moderiert wurde er vom Gesamtleiter Mediaverkauf der Mediengruppe Main-Post, Matthias Faller.

Main-Post-Geschäftsführer David Brandstätter zeigte sich im Jahr des 75. Geburtstages der Main-Post – sie erschien das erste Mal am 24. November 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg als Nachfolger des Würzburger Generalanzeigers – dankbar für die Arbeit der gut 2000 Mitarbeiter im Unternehmen heute und den Mut der Zeitungsgründer, die die Basis für die Arbeit freier Presse in Mainfranken gelegt hatten. Die Mediengruppe sei vor allem für die Herausforderungen der Digitalisierung im 21. Jahrhundert und einer sich rasant verändernden zwischenmenschlichen Kommunikation gut aufgestellt.

Brandstätter war dankbar, mehr als die Hälfte des bisherigen Main-Post-Weges selbst mitgestalten zu dürfen. Er lobte den Mut der USA nach dem Zweiten Weltkrieg, im festen Glauben eine freie Presse werde die Demokratie stärken, die Entwicklung der Zeitungen nach dem Ende des Naziterrors 1945 zu stärken und auch die Neugründung der Main-Post zu erlauben und zu fördern. Das habe auch den Weg zu einer starken Demokratie heute geebnet. "Umso tiefer enttäuscht" sei er aber, wenn er heute auf Länder wie die USA, Brasilien, Türkei, Ungarn oder Polen blicke, wo es für Journalisten nicht einfach sei, zu arbeiten.

Main-Post Geschäftsführer David Brandstätter beim Neujahrsempfang der Mediengruppe im Konferenzzentrum auf der Maininsel in Schweinfurt. Foto: Silvia Gralla

Die Mediengruppe stelle sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts "mit einer dramatisch veränderten Kommunikation, geprägt von Skandalisierung und Filterblasen", so Brandstätter. Es gebe einen "gefährlichen Nährboden für eine Spaltung der Gesellschaft". Der Verantwortung, sich dem entgegen zu stellen, sei sich auch das Medienhaus bewusst, dessen Redaktion sich "mutig für liberale Demokratie" einsetze. Er sei überdies optimistisch für die Zukunft, wenn er sich umschaue und viele Menschen sehe, die sich gegen Antisemitismus, Rassismus oder für Lösungen in Sachen Klimawandel einsetzten, betonte Brandstätter, der für diese Einschätzung Applaus bekam.

Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé (im Bild mit seiner Frau Monika) bekannte sich beim Neujahrsempfang der Mediengruppe Main-Post zum täglichen Zeitungslesen, das er nicht missen wolle. Foto: Silvia Gralla

Als wichtigen Bestandteil seines eigenen Lebens bezeichnete Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé seine morgendliche Zeitungslektüre des Schweinfurter Tagblatts, die er nicht missen wolle. Die Zeitung biete ihm seit Jahrzehnten "ein Stück Stabilität", vor allem weil in Zeiten Sozialer Medien umfassende Informationen geboten würden. Er gratulierte dem Medienhaus zum 75.

Den Wandel, dem Zeitung unterliege, gebe es natürlich auch in Schweinfurt, das sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt habe, so der OB. Ein Beispiel sei das Konferenzzentrum, einst der Schlachthof der Stadt auf der Maininsel. Heute fänden hier große Kongresse mit Gästen aus ganz Deutschland statt, Schweinfurt sei nicht mehr nur eine Stadt der Industrie, sondern auch "der Kultur, Begegnung und des Tourismus."

Man müsse sich auch vor Ort großen Umwälzungen stellen, angefangen beim Klimawandel über den Wandel in der Industrie hin zur Elektromobilität oder der veränderten Bevölkerungsstruktur der Stadt, in der heute Menschen aus über 100 Nationen friedlich zusammenleben. "Es ist eine große Bereicherung, aber auch eine riesige Herausforderung, die Kulturkreise zusammenzuschweißen", so der OB.

Main-Post-Themenchef Achim Muth (links) interviewte beim Neujahrsempfang der Mediengruppe Main-Post den früheren Fußballtrainer Felix Magath. Foto: Silvia Gralla

Als Stargast des Abends war der frühere Fußballtrainer und Nationalspieler Felix Magath zu Gast, der im Interview mit Main-Post-Themenchef Achim Muth natürlich nicht nur über seine neue Rolle beim Fußball-Drittligisten Würzburger Kickers sprach, den er wieder "in die Zweite Bundesliga" führen will.

DDC-Tänzerin Felice Aguilar bei ihrem Auftritt beim Neujahrsempfang der Mediengruppe Main-Post im Konferenzzentrum auf der Maininsel in Schweinfurt. Foto: Silvia Gralla

In dem launigen Talk zeigte sich Magath, einst einer der besten Mittelfeldspieler der Welt und später erfolgreicher Trainer, natürlich auch über den größten Kickers-Rivalen in der Region, den Regionalligisten FC 05 Schweinfurt, informiert, der derzeit Zweiter ist. "Es wäre toll, wenn wir in der Dritten Liga wieder ein Derby hätten", so der frühere Bayern-Trainer.

Magath gab viel Persönliches preis, erzählte von seinem Vater, einem Puerto Ricaner, den er erst mit 15 Jahren kennenlernte, seine glückliche Kindheit in Aschaffenburg, was für ihn Heimat bedeutet, warum der frühere Kickers-Trainer Bernd Hollerbach "ein echter Freund" für ihn ist und wieso Sport und Fußball ein wichtiges Element in Sachen Integration sind. Beim Thema Flucht hatte Magath einen klaren Standpunkt: "Es ist doch selbstverständlich, dass man jemandem hilft, der in Not ist."

Kein Wunder, dass er sein Honorar spendete: die Sportstiftung des Würzburger Olympia-Silbermedaillen-Gewinners Thomas Lurz, die dieser mit Dieter Schneider hat, bekam deswegen 2500 Euro. Die Stiftung unterstützt Projekte und Forschungen aus dem Bereich Behindertensport der Uni Würzburg.

Die DDC-Breakdancer aus Schweinfurt begeisterten mit ihrem Auftritt beim Neujahrsempfang der Mediengruppe Main-Post. Foto: Anand Anders