Die Schülerinnen der Klassen R8 AB und R8 C der Theodosius-Florentini-Schule aus Gemünden verbrachten mit Schulleiter Robert Wolz (hinten links) und Lehrerin Andrea Buchmayer einen „Chefredakteurstag“ bei der Main-Post am Würzburger Heuchelhof. Den Besuch hatten sie beim Wettbewe... Foto: Thomas Obermeier

Schülerinnen bekommen Einblicke in die Redaktionsarbeit

Früher blickten alle in die Zeitung. Heute ins Smartphone. „Deshalb müssen wir hier hin“, der leitende Main-Post-Redakteur Andreas Kemper deutet auf sein Handy. Von den rund 37 Schülerinnen der Klassen R8 AB und R 8C der Theodosius-Florentini-Schule Gemünden (Lkr. Main-Spessart) haben alle ein Smartphone. Und auch alle Finger schnellen in die Luft, als Andreas Kemper die Mädchen nach der App Snapchat fragt, mit der Bilder und Nachrichten versendet werden können. „Wir sind dort auch vertreten.“ Da staunen die Schülerinnen nicht schlecht. Sie holen ihr Handy heraus und suchen nach dem Main-Post-Account.

Auf die Fakten kommt es an

Und es war nicht die letzte Überraschung bei ihrem Besuch bei der Main-Post am Würzburger Heuchelhof mit Schulleiter Robert Wolz und Lehrerin Andrea Buchmayer. Die Schülerinnen haben beim Wettbewerb des Unterfränkischen Dialektinstituts einen Chefredakteurstag bei der Main-Post gewonnen. Moderiert von Redakteurin und KLASSE!-Projektleiterin Regina Krömer zeigt Redakteurin Andrea Czygan, dass Zahlen, Namen und Zitate nicht nur in der Schule wichtig sind. „Die Fakten müssen stimmen.“

Und wenn doch ein Fehler passiere, werde dieser berichtigt – ansonsten leide die Glaubwürdigkeit, machte sie deutlich. Selbst im digitalen Bereich gelte „Richtigkeit vor Schnelligkeit“. Jungredakteurin Denise Schiwon berichtete den Achtklässlerinnen von ihrem Weg in den Journalismus und wie ein Volontariat überhaupt aussieht. Ein Volontär durchlaufe in zwei Jahren sämtliche Abteilungen und lerne das journalistische Handwerk. Dazu gehöre nicht nur das Schreiben für die Zeitung. Sondern auch Fotografieren, kurze Filme mit dem Handy erstellen und das Publizieren auf digitalen Kanälen.

Welche Themen werden wichtig?

Neben sozialen Netzwerken wie Facebook, Snapchat und Instagram brachte Andreas Kemper den Mädchen auch andere Arbeitsweisen eines Journalisten näher wie die Themenauswahl in den Redaktionskonferenzen. Dieses Szenario spielte der leitende Redakteur mit ihnen durch. Es standen Themen wie Julian Weigl ist zu Besuch Würzburg und stellt seine Modekollektion vor, Gammelbrötchen beim Bäcker, das einsturzgefährdete Kitzinger Tierheim und die Nachfrage der Ehe für alle in der Region zur Auswahl.

Das Rennen machte jedoch nicht der Fußballspieler Julian Weigl – anders als die Redakteure erwartet hätten. Die meisten Stimmen bekam die Ehe für alle. Warum? „Weil es eine coole Sache ist“, antwortet eines der Mädchen. Somit haben sich sowohl die Journalisten als auch die Schüler beim Chefredakteurstag gegenseitig überrascht. DS