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Dialekt: Mit „Bäbberle“ und „Gaggerli“ tolle Preise gewinnen

Rund 250 Schüler und Schülerinnen aus sieben unterfränkischen Schulen besuchen den Schülertag des unterfränkischen Dialektinstituts (UDI) zum Thema „Dialekt und neue Medien/soziale Netzwerke“ an der Uni Würzburg.
Eigentlich ist es Ende März an der Würzburger Universität relativ still. Schließlich ist vorlesungsfreie Zeit. Die meisten Klausuren sind bereits geschrieben, die Hausarbeiten häufig schon seit Wochen abgegeben. Nur wenige Studierende sitzen in diesen Tagen noch in den Bibliotheken und büffeln.

Doch an diesem Morgen ist es anders. Fröhliches Lachen hallt durch die Flure. Lange Schlangen bilden sich vor den Süßigkeitenautomaten. Rund 250 Schüler und Schülerinnen aus sieben unterfränkischen Schulen tummeln sich im Philosophiegebäude am Hubland. Sie besuchen den Schülertag des unterfränkischen Dialektinstituts (UDI) zum Thema „Dialekt und neue Medien/soziale Netzwerke“ an der Uni Würzburg.

Aufgeregtes Gemurmel erfüllt den Hörsaal 1 im Philosophiegebäude der Universität Würzburg am Hubland. Die Reihen sind dicht gefüllt. Immer wieder stecken die Jungen und Mädchen ihre Köpfe zusammen und tuscheln. Spannung liegt in der Luft. Schließlich sind es nur noch wenige Stunden, dann stehen die Sieger des Dialekt-Wettbewerbs fest.

Doch bis das Ergebnis bekannt gegeben wird, steht erst einmal Zuhören und Zuschauen auf dem Stundenplan. Welche Dialekte gibt es in der Region? Wo spricht man wie? Und warum ist das eigentlich so? Die Referentin Monika Fritz-Scheuplein vom UDI erklärt den Jungen und Mädchen die Entwicklung der regionalen sprachlichen Eigenheiten. Ziel des Tages sei es, das Wissen über Dialekte zu vergrößern, so Fritz-Scheuplein.

Dass Dialekte nicht nur etwas für ältere Menschen sind, das beweisen anschließend die Germanistik-Studenten Maximilian Queck, Adrian Erben und Maximilian Barz. Sie untersuchen sprachliche Phänomene in sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram. Schnell wird klar, auch dort spielt Dialekt eine Rolle. Doch auch wenn Dialekte und umgangssprachliche Formulierungen genutzt werden, gibt es in sozialen Netzwerken keine eigene Sprache, erklären die Studenten, dem aufmerksam zuhörenden Publikum.

Eine Stunde später geht der Wettbewerb dann in die heiße Phase. Jede Klasse hat sich dafür ein besonders beliebtes, bekanntes oder markantes Dialektwort aus ihrer Region ausgesucht und in einem kurzen Video erläutert. Und dabei haben sich die Jugendlichen so einiges einfallen lassen.

Mal hüpft ein als Huhn verkleideter Schüler durch das Bild, um das Wort „Gaggerli“ zu erklären. Mal stehen drei als alte Damen verkleidete Schülerinnen in der Küche, um das Rezept für den perfekten „Gumbernsaload“ zu besprechen.

Die Klasse 8c des Schweinfurter Celtis-Gymnasiums hat sich für ihren Vortrag das Wort „Bäbberle“ ausgesucht. In einem kurzen Erklärvideo im Stil der Kindersendung „Sendung mit der Maus“, wird der Begriff erklärt. Klar, dass die Maus und der kleine Elefant dabei nicht fehlen dürfen. Beim Dreh ihres Videos hatten die Schüler jede Menge Spaß. „Es ist echt lustig, Dialekt zu reden“, erzählt die 14-jährige Marie Jelinek.

Am Ende gehört das Video der Klasse 8c des Schweinfurter Celtis-Gymnasiums ebenso wie das der Nachbarklasse 8d zu den sechs glücklichen Gewinnern an diesem Tag. Auch die Klasse 8b des Dalberg-Gymnasiums in Aschaffenburg, die Klassen 8a und 8b des Julius-Echter-Gymnasiums in Elsenfeld sowie die Klasse 8d des Franken-Landschulheims Schloss Gaibach (leider nicht im Bild) konnten sich über tolle Preise wie beispielsweise einen Tag als Chefredakteur der Main-Post oder einen Blick hinter die Kulissen des Mainfrankentheaters freuen.

Als Reaktion auf die Berichterstattung stellte die Klasse 8d des Schweinfurter Celtis Gymnasiums ihren Beitrag zur Verfügung. Gerne verweisen wir an dieser Stelle darauf.